Die Ringerlösung ist eine Lösung aus mehreren in Wasser gelösten Salzen, die dazu dient, eine isotonische Lösung im Verhältnis zu den Körperflüssigkeiten eines Tieres herzustellen.
Ringerlösung enthält in der Regel Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid und Natriumbicarbonat, wobei letzteres zum Ausgleich des pH-Werts verwendet wird. Weitere Zusätze können chemische Brennstoffquellen für die Zellen, einschließlich ATP und Dextrose, sowie Antibiotika und Antimykotika sein.
Zusammensetzung
Ringerlösung enthält in der Regel NaCl, KCl, CaCl2 und NaHCO3, manchmal mit anderen Mineralien wie MgCl2, die in destilliertem Wasser gelöst sind. Die genauen Anteile dieser Mineralien variieren von Art zu Art, insbesondere zwischen marinen Osmokonformern und Osmoregulatoren.
Beispielhafte Zusammensetzung einer Ringerlösung (Einwaage):
- 140 mM NaCl
- 3 mM KCl
- 1 mM CaCl2
- 2 mM MgCl2
- 10 mM Glucose
- 10 mM HEPES
- pH 7,4
Verwendungen
Ringerlösung wird häufig bei Human- und Tierpatienten zur intravenösen oder subkutanen Hydratation und zur Erweiterung des Gefäßkompartiments bei Hypovolämie verabreicht. Sie wird auch bei In-vitro-Experimenten an Organen oder Geweben verwendet, z. B. bei In-vitro-Muskeltests. Die genaue Ionenmischung kann je nach Taxon variieren, mit unterschiedlichen Rezepturen für Vögel, Säugetiere, Süßwasserfische, Meeresfische usw.
Ringerlösung kann auch zu therapeutischen Zwecken verwendet werden, z. B. für arthroskopische Spülungen bei septischer Arthritis. Klinisch wird sie als intravenöse Infusion zum Ersatz extrazellulärer Flüssigkeitsverluste und zur Wiederherstellung des chemischen Gleichgewichts bei der Behandlung isotonischer Dehydrierung eingesetzt.
Geschichte
Die Ringerlösung ist nach Sydney Ringer benannt, der 1882-1885 feststellte, dass eine Lösung, mit der ein Froschherz perfundiert wird, Natrium-, Kalium- und Kalziumsalze in einem bestimmten Verhältnis enthalten muss, wenn das Herz lange schlagen soll. Diese Lösung wurde in den 1930er Jahren von Alexis Hartmann weiter angepasst, der Natriumlactat hinzufügte, um die Ringerlactatlösung zu bilden.
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