Zyklusvorlesung "Sinnesphysiologie - vom Ionenkanal zum Verhalten"

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Schmecken
I. Geschmackssinneszellen
II. Geschmacksinformation im Gehirn


Themen:

Sauergeschmack
 
sauer.jpg Sauergeschmack ist die Detektion von Protonen (H+) und dient wohl zum einen dazu, Appetit anzuregen, zum anderen aber auch zur Warnung vor verdorbenem Biomaterial. Als pH-Detektoren in der chemosensorischen Membran dienen anscheinend Ionenkanäle, die Protonen leiten und dadurch die Membran depolarisieren oder aber pH-gesteuerte Ionenkanäle für andere Kationen (v.a. Na+;). Bei manchen Tieren sind auch Kaliumkanäle nachgewiesen worden, die durch Protonen blockiert werden. Dadurch wird ebenfalls die Zelle depolarisiert.
 
Sauer-empfindliche Geschmackszellen bei der Maus verwenden anscheinend zwei Proteine als H+-Sensoren: den Ionenkanal TRPP3 (aus der TRP-Kanalfamilie) und das Protein PKD1L3.
 
Weitere Theorien zum Sauergeschmack basieren auf der Beobachtung von H+-aktivierten Natriumkanälen und auf einer ungewöhnlich schwachen pH-Pufferung des Zytoplasmas dieser Zellen. Vielleicht gibt es mehrere Mechanismen, wie Protonen diese Zellen aktivieren können. Wie die Signaltransduktion beim Sauergeschmack genau funktioniert ist noch nicht vollständig verstanden..

Stephan Frings, Uni Heidelberg,        Abt. Molekulare Physiologie                   November 2008                   s.frings@zoo.uni-heidelberg.de