Zyklusvorlesung "Sinnesphysiologie - vom Ionenkanal zum Verhalten"

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Pheromone - soziale Signale
I. Pheromon-gesteuerte Verhaltensweisen
II. Das vomeronasale Organ


Themen:

Pheromonrezeptoren
 
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traduc.jpg Wie detektieren VNO-Neurone Pheromone, und wie kommt es zur elektrischen Erregung?
 
Zwei Familien von Pheromonrezeptoren sind bisher entdeckt worden: V1R und V2R. Diese Proteine gehören zur Superfamilie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren mit sieben transmembranen Domainen. Insbesondere die V2R-Rezeptoren unterscheiden sich mit ihrem langen N-Terminus sehr von Riechrezeptoren und weisen mehr Ähnlichkeit mit Prostaglandinrezeptoren auf. Die Rezeptoren werden in VNO-Neuronen exprimiert, wobei V1R in der vorderen - dem Lumen zugewandten - Schicht des Epihtels, V2R dagegen in der hinteren, basalen Schicht exprimiert werden.
 
Die Transduktionkanäle der VNO-Neurone sind höchstwahrscheinlich Kationenkanäle, die von dem Protein TRPC2 gebildet werden. Die Mikrophotographie in der Mitte zeigt einen Schnitt durch das VNO einer Maus, bei dem TRPC2 mit einem rot-markierten Antikörper sichtbar gemacht wurde. Man sieht eine deutliche Färbung an der Oberfläche des sensorischen Epithels, also da, wo sich die sensorischen Mikrovilli der VNO-Neurone befinden.
 
Die Entdeckung dieser Rezeptoren und Ionenkanäle führte zu einem ersten Modell der Signaltransduktion in VNO-Neuronen: Pheromone binden an Rezeptoren des V1R- oder V2R-Typs. Die aktivierten Rezeptoren führen durch Aktivierung von Phospholipase C zur Freisetzung von Diacylgylcerol (DAG) und Inositoltrisphosphat (IP3). DAG kann Transduktionskanäle vom Typ TRPC2 aktivieren. Diese Kanäle leiten Kationen in die Mikrovilli und depolarisieren damit das Neuron: Aktionspotentiale werden ausgelöst.
 

 
Quelle:
VNO-Schnitt: Liman et al. (1999) Proceedings of the National Academy of Science USA, 96:5791

Stephan Frings, Uni Heidelberg,        Abt. Molekulare Physiologie                   Dezember 2005                   s.frings@zoo.uni-heidelberg.de