Zyklusvorlesung "Sinnesphysiologie - vom Ionenkanal zum Verhalten"

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Schmecken
I. Geschmackssinneszellen
II. Geschmacksinformation im Gehirn


Themen:

Bittergeschmack
 
bitter.jpg Bittergeschmack dient zur Warnung vor giftigen Substanzen - vor allem vor giftigen Pflanzeninhaltsstoffe wie Strychnin. Bittersensitive Sinneszellen reagieren schon auf sehr niedrige Konzentrationen von Bitterstoffen. Die Bitterstoffe binden an Rezeptoren des T2R-Typs. Mit ihren etwa 30 Isoformen kann diese Genfamilie eine Vielzahl von dimeren Rezeptoren unterschiedlicher Selektivität hervorbringen und damit ein großes Spektrum von bitteren Stoffen im Mund detektieren.
 
Die Bitterrezeptoren aktivieren über ein GTP-bindendes Protein das Enzym PLCb2, eine Phospholipase, die über den Botenstoff IP3 die Freisetzung von Calcium aus intrazellulären Speichern auslöst. Außerdem werden durch Aktivierung von PLCb2 Ionenkanäle vom Typ TRPM5 geöffnet und leiten einen depolarisierenden Kationenstrom in die Zelle. So führt die Detektion eines Bitterstoffs zur Depolarisation der Zelle, zur Ausschüttung von Transmitter und zur Erregung der afferenten Nerven.

Stephan Frings, Uni Heidelberg,        Abt. Molekulare Physiologie                   Juni 2003                   s.frings@zoo.uni-heidelberg.de