In der Sehrinde der Primaten sind die Orientierungssäulen, die Informationen über einen Punkt der Netzhaut eines Auge verarbeiten,
in einem Bündel zusammengefasst. Solche Bündel werden als okuläre Dominanzsäulen bezeichnet.
Für jeden Ort des binokularen Gesichtsfeldes gibt es jeweils eine okuläre Dominanzsäule für das rechte (R)
und linke (L) Auge. Farbempfindliche Säulen, die keinerlei Orientierungsspezifität aufweisen,
werden als "Blobs" bezeichnet, weil sie sich aufgrund ihres hohen Gehalts an
Cytochromoxidase (einem mitochondrialen Enzym) histologisch darstellen lassen.
Für jeden Ort im binokularen Sehfeld ist also ein kleiner Bereich der primären Sehrinde zuständig.
Dieser Bereich umfasst zwei okuläre Dominanzsäulen sowie mehrere Blobs. Der Bereich wird als Hyperkolumne
bezeichnet. Eine Hyperkolumne enthält Information sowohl aus dem P- wie auch aus dem M-System aus beiden Augen.
Hyperkolumnen sind die funktionellen Module der primären Sehrinde.
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